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Fünf Zutaten für den perfekten GSA Drink

Made in GSA | 5 Zutaten für den perfekten GSA Drink

Fünf Zutaten für den perfekten GSA Drink

Bei der Made in GSA Competition sind fünf Zutaten für den Drink das Maximum. Doch auch abseits des Glases gibt es fünf „Zutaten“, die hilfreich sind, wenn man am Ende oben auf dem Treppchen stehen möchte.

Made in GSA 2016 | Sommernachtstraum | Robert Schmiedeknecht
Made in GSA 2016 | Sommernachtstraum | Robert Schmiedeknecht

Keep it simple!

Die Regeln der Made in GSA Competition machen es ohnehin deutlich: Vermixt werden darf nur, was innerhalb der Präsentationszeit hergestellt werden kann. Damit scheiden vorab produzierte Infusionen, hausgemachte Sirupe oder Hydrosole sowieso aus. Aber auch abseits dessen sollte man mit Blick auf die Sieger der letzten Jahre konstatieren, dass meist eine Rezeptur gewonnen hat, die durch Simplizität und Reproduzierbarkeit bestechen konnte.

Ein absolutes Paradebeispiel war Martin Bornemanns Cocktail »Aureum« von 2018: Appenzeller, Humbel XK Kirschbrand, The Seventh Sense Falernum, etwas Zitrone und Swiss Mountain Spring Dry Tonic, schlicht vermixt in einem knackigen, komplexen Highball. Daran sollte man denken, bevor man sich an die Entwicklung eines möglichst komplizierten Drinks macht

Aber auch abseits dessen sollte man mit Blick auf die Sieger der letzten Jahre konstatieren, dass meist eine Rezeptur gewonnen hat, die durch Simplizität und Reproduzierbarkeit bestechen konnte.

Authentisch bleiben

Es hat schon beinahe Tradition: Bei der Made in GSA Competition interagieren die Juroren mit den Finalisten – sie es durch Fragen zu einem Produkt, durch Nachhaken in Bezug auf eine Arbeitstechnik oder schlicht durch kleine Anmerkungen und Scherze nebenher. Die Präsentationen bei den Finals der Competition sind eher kleine Tresengespräche als choreografierte Darbietungen.

Natürlich darf und soll sich jeder Finalist die Eckpunkte seiner Präsentation im Vorfeld überlegen und gern einstudieren. Wer aber denkt, dass er bei der Made in GSA Competition einen auswendig gelernten Monolog auf einer Theaterbühne vorträgt, der liegt falsch. Das herzliche Lachen von Chloé Merz (2017) oder der trockene Humor von Alexander Mayer (2015) lassen grüßen!

Wer denkt, dass er bei der Made in GSA Competition einen auswendig gelernten Monolog auf einer Theaterbühne vorträgt, der liegt falsch.

Unter Freunden sein

Natürlich nimmt niemand an einem Wettbewerb teil, wenn er nicht zumindest den Hintergedanken an einen Sieg verschwenden würde. Wer sich aber verbissen einredet, »abliefern«, die Konkurrenten ausstechen und unbedingt gewinnen zu müssen, hat die Idee der Made in GSA Competition (und vieler anderer Wettbewerbe) missverstanden.

Seit jeher nämlich begreift sich die Competition vor allem als ein Treffpunkt für zahlreiche Gestalter der Branche: Bei keinem Wettbewerb sonst hat man als Teilnehmer die Möglichkeit, nicht nur mit vielen anderen Barleuten, sondern gleichzeitig mit derart vielen Produzenten und Brennern in freundschaftlicher Atmosphäre zusammenzukommen und sich austauschen zu können. Diese Gelegenheit sollte man sich selbst nicht dadurch vergällen, nur an die eigene Platzierung zu denken. Und wenn man außerdem nicht vergisst, die eigene Ausgabe von »American Bar« mitzunehmen, um sie von Charles Schumann signieren zu lassen, hat sich die Reise eh gelohnt!

GSA 2015 | Jan Jehli Schwarzwald Säuerling
GSA 2015 | Jan Jehli Schwarzwald Säuerling

Die Zutaten kennen

Klar: Man soll locker sein und die Präsentation nicht zum Abspulen von Produktinformationen missbrauchen. Klar ist aber auch: Die »Hausaufgaben« in Bezug auf die verwendeten Zutaten sollte jeder Finalist im Vorfeld gründlich erledigen.

Immer wieder kommt es vor, dass Teilnehmer auf Nachfragen der Jury verblüffend fehlerhafte Antworten über die von ihnen ausgewählten Cocktailzutaten geben. Da ist dann die Himbeere plötzlich nicht mazeriert, sondern gebrannt worden, der Wermut angeblich aus Rotwein hergestellt, der 100-prozentige Rye Whiskey vorgeblich teilweise aus Gerste oder ein schweizerisches Destillat wird kurzerhand als österreichisch deklariert. Von einem Bartender, der sich aus einem Pool von über 100 Zutaten drei oder vier ausgesucht hat, sollte man erwarten, dass er über diese Produkte wirklich bescheid weiß. Sonst wird es peinlich – erst recht, wenn die Erzeuger der Produkte vielleicht direkt vor dem Wettbewerbs-Tresen stehen.

Oma zuhause lassen

Selbstverständlich ist es schön, wenn die Geschichte hinter dem Drink, die bei Made in GSA schon immer zur Bewerbung dazugehörte, einen wirklichen Bezug zum Leben oder zur Arbeit des Teilnehmers hat. Dennoch sollte sie vor allem zwei Dinge transportieren: Kreativität und die Identität des Drinks.

Nach sechs bisherigen Durchgängen dürfte es somit nachvollziehbar sein, dass die Aussage, man habe mit Birnenbrand gemixt, weil es früher bei der Großmutter immer Birnen gab, allmählich nicht mehr fruchtet. Ein Cocktailwettbewerb kann bestimmt auch ohne Oma funktionieren. Die Oma-Geschichte ist ähnlich kreativ wie der Gin-Brenner, der seine Rezeptur angeblich auf dem elterlichen Dachboden gefunden hat.

Made in GSA 2016 | Hannelores Sour | Manuel Mauritz
Made in GSA 2016 | Hannelores Sour | Manuel Mauritz

Ihr habt schon eure Rezeptbücher gezückt und wartet nur darauf, beim Finale dabei zu sein? Dann füllt jetzt am besten gleich das Teilnahmeformular mit eurem Drink und der Geschichte dazu aus!