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Mit Pfefferoni aufs Siegertreppchen: Lukas Werle im Gespräch mit MIXOLOGY

Lukas Werle und sein "Hazy Image" | Made in GSA 2019

Mit Pfefferoni aufs Siegertreppchen: Lukas Werle im Gespräch mit MIXOLOGY

Lukas Werle hat sich bei der Made in GSA Competition 2019 mit seinem „Hazy Image“ den dritten Platz geholt – sowie den ersten Platz in der Sonderkategorie Whisky. Mit MIXOLOGY spricht der Barchef aus der Parfümerie in Wien über die Veranstaltung, seinen Cocktail – und nervige Handys.

»Auch die Wertschätzung und Unterstützung der Destillerie Farthofer im Vorfeld des Wettbewerbs war wahnsinnig groß, so dass es einfach ist, diese Erinnerungen und Erfahrungen mit auf den weiteren Weg zu nehmen.«

— Lukas Werle

MIXOLOGY: Lieber Lukas, vielleicht fangen wir ganz allgemein an: Was war für Dich das besondere an der Made in GSA Competition?

Lukas Werle: Jeder Wettbewerb hat seinen ganz eigenen Charakter, was die GSA jedoch besonders macht, ist das anonyme Format, das für alle Teilnehmer maximale Chancengleichheit bietet. Dass wir dabei noch mit lokalen Produkten arbeiten dürfen, macht das Ganze zu einer richtig geilen Veranstaltung. Die Entdeckung des Farthofer Whisky Brauweizen Hermann war für mich ein Riesenglück. Dieser spiegelt wie kaum ein anderes Produkt neben der Regionalität auch die Saisonalität wider.

MIXOLOGY: Wie hat Dir die Veranstaltung gefallen?

Lukas Werle: Die Veranstaltung des Finales als solche war grandios, die Atmosphäre locker und herzlich. Mit der Jury gab es viel Gesprächsstoff, beispielsweise über die Auswahl der Produkte – oder den Gebrauch von Mobiltelefonen während der Präsentation …

Lukas Werle und sein "Hazy Image" | Made in GSA 2019
@Katja Hiendlmayer
Lukas Werle und sein "Hazy Image" | Made in GSA 2019
@Katja Hiendlmayer

MIXOLOGY: Zur Erklärung: Es klingelte plötzlich während deiner Präsentation …

Lukas Werle: Ja, genau. Aber dass dann ein bisschen kollegial gescherzt wird, macht eine solche Situation doch wunderbar spannend und spiegelt auch in gewisser Weise den Baralltag wider – auch wenn es mir in meiner Bar in Wien selten passiert, dass einem vier derartige Kapazunder gegenüber sitzen.

MIXOLOGY: Wie geht es Dir mit der Resonanz? Auch von den Partnern, deren Produkte Du genutzt hast?

Lukas Werle: Der Erfolg bei der GSA war ein Traum, ebenso die Wertschätzung und Unterstützung der Destillerie Farthofer im Vorfeld des Wettbewerbs war wahnsinnig groß, so dass es einfach ist, diese Erinnerungen und Erfahrungen mit auf den weiteren Weg zu nehmen. Danke nochmal für alles.

» Ich denke, nur eine positive Verrücktheit lässt uns so etwas wie Heimat in einem Glas darstellen. «

Hazy Image

Zutaten

4,5 cl Destillerie Farthofer Whisky Brauweizen Hermann
3,5 cl Wermutlich Weiß
0,75cl Mozart Chocolate Spirits Dark Chocolate
1 cl Lake von Staud’s Kirschpfefferoni scharf
1 Barlöffel Zuckersirup

Zubereitung

Alle Zutaten bis auf die Kirschpfefferoni im Rührglas auf Würfeleis kalt rühren. In vorgekühltes Coupette-Glas abseihen. Anschließend mit Kirschpfefferoni dekorieren.

Glas

Coupette

Garnitur

Staud‘s Kirschpfefferoni scharf

Lukas Werle und sein "Hazy Image" | Made in GSA 2019
Brauweizen Hermann Whisky von der Destillerie Farthofer, Mozart Chocolate Spirit & Pfefferoni machen die Mischung | @Katja Hiendlmayer

MIXOLOGY: Du hast einen herzhaften Drink kreiert – Dein erster?

Lukas Werle: Vor allem das Arbeiten mit Lake ist ja grundsätzlich nichts Neues, „dirty“ waren schon einige Drinks. Die salzige Schärfe harmoniert ganz gut mit der Schokolade von Whisky und Likör.

MIXOLOGY: Wenn wir an den Begriff „Heimat“ denken – und da findet ja sicher auch eine Kirschpfefferoni Platz –, hast Du da auch an den Brotzeit-Österreicher gedacht? Oder besser: Wie bist Du mit dem Thema „Heimat“ umgegangen?

Lukas Werle: Die grundlegende Idee dahinter war das Auseinandersetzen mit der Frage, was Heimat für mich bedeutet. Als Antwort bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das nichts Räumliches darstellt, sondern die Summe aus Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen, welche für jeden Menschen ein eigenes Bild ergibt – daher „Hazy Image“. Ich habe versucht, bei den einzelnen Zutaten für den Drink diese Emotionen, die es bedarf, um so einzigartige Produkte handwerklich in die Flaschen bzw. Gläser zu bringen, aufzugreifen und zu kombinieren. Ich denke, nur eine positive Verrücktheit lässt uns so etwas wie Heimat in einem Glas darstellen.